Der Vortrag widmet sich der Geschichte der „HOSI Salzburg – queere Interessensvertretung“ und ordnet ihre Entstehung in einen größeren historischen Zusammenhang ein. Ausgangspunkt sind die homosexuellen Emanzipationsbewegungen der 1960er- und 1970er-Jahre, deren internationale Impulse auch die Entwicklung in Österreich wesentlich beeinflussten. Von frühen Initiativen wie „Coming-out! – Initiativgruppe Homosexualität“ führt der Blick zur Gründung der Homosexuellen Initiative Wien im Jahr 1979 und schließlich nach Salzburg. Im Mittelpunkt steht die konfliktreiche Gründung der „HOSI Salzburg – queere Interessensvertretung“ im Jahr 1980. Öffentliche Debatten, Leserbriefe und erste Vernetzungsprozesse rund um Walter Klappacher führten zum Wunsch nach einer eigenen Homosexuellen Initiative in Salzburg. Der Vortrag zeichnet nach, wie sich die Arbeit der anfänglichen „Männergruppe Salzburg – Homosexuelle Initiative“ seitdem verändert hat – von frühen Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung und Schutz vor Diskriminierung über Filmreihen, Diskussionen, Flugblattaktionen und Demonstrationen bis hin zu heutigen Formen queeren Aktivismus. Die Geschichte der „HOSI Salzburg – queere Interessensvertretung“ ergänzt das facettenreiche Mosaik der Salzburger Stadtgeschichte und spiegelt zugleich einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel wider: den langen Weg von queerer Unsichtbarkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung hin zu rechtlicher Anerkennung und einer öffentlichen Präsenz queerer Lebensrealitäten.